Therapiekonzept Migräne/chronische Kopfschmerzen
Gezielte Kopfschmerzbehandlung und aktive Selbsthilfe
Migräne ist ein zumeist einseitig auftretender pulsierender, pochender oder hämmernder starker Kopfschmerz. Eine Migräneattacke kann bis zu drei Tage anhalten und geht häufig mit Übelkeit, Erbrechen, Lärm-, Licht- und Geruchsüberempfindlichkeit einher. Der Verlauf der Krankheit ist chronisch d.h. die Migräneattacken wiederholen sich in Abständen und oft über viele Jahre hin. Treten Kopfschmerzen über einen langen Zeitraum auf, kann es zum übermäßigen Verbrauch von Schmerzmedikamenten (Analgetika) kommen, die ebenfalls Kopfschmerzen verursachen können. Da eine Häufung von Migräne-Kopfschmerzen in der Familie der Betroffenen beobachtet wird, wird auch eine genetische Mitverursachung vermutet.
Andere Kopfschmerzformen wie z.B. schmerzmittelinduzierte Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerzen oder HWS-bedingte (zervikogene) Kopfschmerzen müssen von der eigentlichen Migräne unterschieden werden und benötigen ursachenbezogene Behandlungsstrategien.
Die Inselklinik Heringsdorf, Haus Kulm, hat sich auf die Behandlung chronischer Kopfschmerzen spezialisiert.
Die schmerzlindernde Wirkung von Kälte ist schon seit langer Zeit bekannt. Uns ist es durch den auf den ganzen Körper einwirkenden ca. 2-3 minütigen Einsatz einer extremen Kälte von - 110°C möglich, die Schmerzleitung auch bei Kopfschmerzen kurzzeitig zu unterbrechen. Durch die bis zu zweimal tägliche Wiederholung dieser Anwendung können anhaltende Therapieerfolge erreicht werden.
Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO):
Bei Migräne und Clusterkopfschmerzen kann die Sauerstoffüberdrucktherapie akute Schmerzattacken unterbrechen, des weiteren kann sie eine Minderung der Anfallshäufigkeit und ggf. auch eine längere Schmerzfreiheit bewirken. Bei der Behandlung wird Sauerstoff unter einem Druck eingeatmet, der höher ist als der normale atmosphärische Umgebungsdruck. Der über die Atemwege aufgenommene Sauerstoff wird physikalisch im Blut gelöst und an den Ort des chronischen oder akuten Sauerstoffmangels (z.B. ZNS) gebracht. Durch den erhöhten Druck kann der Sauerstoff tiefer in das Gewebe eindringen und auch jene Körperzellen erreichen, deren Funktion akut oder chronisch gestört ist.



